Lesetipps / Buchbesprechungen

Monika Maron: Munin oder Chaos im Kopf

Der Aufruhr in einer kleinen Strasse offenbart den Wahnsinn der Welt

Die Ich-Erzählerin und die Nachbarn fühlen sich von einer Sängerin gestört, die auf ihrem Balkon ausdauernd singt, sobald sie jemanden sieht. Sie versuchen ihr auszuweichen. So liest Mina nachts für ihren Auftrag als Journalistin über die Geschehnisse vor und während des 30-jährigens Krieg, schläft am Tag und zieht Vergleiche zu heute. Die Krähe, die auf ihren Balkon und mit der Zeit in ihre Wohnung kommt, wird ihr wichtig. Sie beginnt mit ihr zu sprechen und nennt sie Munin.

Im weiteren Verlauf steigen die Aggressionen in der Strasse, während Mina mit Munin über Gott und die Welt philosophiert.

Monika Maron präsentiert uns in ihrem neuen Buch spannende Ansichten zu unserer Zeit aus sehr verschiedenen Blickwinkeln.

(Erschienen im Verlag  S. Fischer )


Nina Brochmann; Ellen Støkken Dahl: Viva la Vagina!

Alles über das weibliche Geschlecht

Die beiden norwegischen Ärztinnen behandeln, wie auf der Rückseite angegeben: "Alles über den weiblichen Körper, Sex und Gesundheit" in einer sachlichen, gut verständlichen Sprache. Sie ermuntern uns Frauen mit ihrem Fachwissen aus ihrer Tätigkeit als Sexualberaterinnen unseren Körper besser kennen zu lernen und uns mit ihm vertraut zu machen, frei nach dem Motto:

Genial Genital! 

(Erschienen im Verlag S. Fischer)

 

Katrin Bauerfeind: Alles kann, Liebe muss

Geschichten aus der Herzregion

Die Autorin beschreibt in ihrem neuen Buch die verschiedensten Facetten der Liebe mit humorvollen, lustigen, manchmal auch melancholischen Geschichten und erfindet immer wieder neue Sprichworte, wie zum Beispiel das folgende: «Man kann sich leichter am Hintern kratzen als am Herzen».

Dieses Buch zum Gefühl der Liebe ist leicht zu lesen und gibt immer mal wieder zu lachen!

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Laetitia Colombani: Der Zopf

Eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt

Drei Frauen auf drei Kontinenten kämpfen auf unterschiedliche Weise für ihre Ziele: Smita, die Unberührbare, opfert ihr Haar und das ihrer Tochter, um ein neues Leben beginnen zu können. Giulia kann dank der Haarsendung aus Indien die Perückenfabrik ihrer Familie retten. Und Sarah schöpft nach ihrer Krebserkrankung mit beruflichen und familiären Folgen dank der Echthaarperücke aus Italien neuen Lebensmut.

Die Autorin flicht die drei Leben der drei mutigen Frauen mit sprachlicher Virtuosität zu einem spannenden, sehr lesenswerten Zopf.

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Sivia Bovenschen: Lug & Trug & Rat & Streben

Mit Einblicke in das Leben  von Agnes Lupinski beginnt Silvia Bovenschen ihr Buch. Im zweiten Teil lernen wir ihren Neffen Maximilian Artem, kurz Max, und seine Erwartungen kennen. Auch ihre Tante Alma Lupinski und Grossschwager von Bärentrost wohnen im Haus. Als Mr. Odina sich an Alma Lupinski erinnert, setzt er alles dran sich im Dachstock einzumieten und kann auf die Unterstützung von Max zählen. Die Autorin schildert die Personen sehr individuell auf verschiedenen Ebenen. Wir folgen lesend, was jeder der Protagonisten erlebt, bzw. schreibt, bzw. woran er sich erinnert, bzw. was seine Ängste sind. Eine ungewöhnliche Begebenheit reiht sich an die nächste, so dass wir immer weiter lesen.

Was ist Realität? Was ist Traum? Was ist im Leben wichtig?

Die im Oktober 2017 verstorbene Autorin entführt uns in ihrem spannend geschriebenen Buch in eine Welt zwischen Realität und Traum, die uns mit unseren Ängsten konfrontiert.

(Erschienen im Verlag S. Fischer)

 

Margareta Magnusson: Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen

Wenn man darüber nachdenkt, was einmal bleiben soll, kommt das Leben jetzt in Ordnung

Die Autorin beschreibt in kurzen Kapiteln, was sie unter «Döstädning» versteht: Das Wesentliche erkennen und sich von überflüssigen Dingen verabschieden. Der Tod steht nicht im Vordergrund, sondern wie ich mir mein Leben einfacher und geordneter gestalten kann: Was benutze und brauche ich noch? Was ist mir wirklich wichtig? Wer könnte sich wofür interessieren? Was ist mit so wertvoll, dass es einen neuen Platz bekommen soll und wo?

Ein unterhaltsames Buch, das anregt über den Umgang mit dem eigenen Leben nachzudenken und Ordnung zu schaffen.

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Felicitas Hoppe: Prawda

Eine amerikanische Reise

Auf ihrer Reise auf den Spuren zweier Russen, die vor 80 Jahren von Bosten über Montreal zu den Niagara-Fällen quer durch den Kontinent nach San Franzisko, der Westküste entlang nach Los Angeles und wieder zurück an die Ostküste reisten, schreibt die Autorin mit viel Fantasie, Verknüpfung verschiedener Aspekte und überraschenden Schlussfolgerungen über Ereignisse, berühmte Persönlichkeiten, gewöhnliche Menschen, aber auch über verschiedenste Figuren aus Büchern und Filmen und was sie selber im Moment beschäftigt immer wieder mit der Aufforderung: «Schreiben Sie das in ihr Notizbuch …».

«Zehntausend so komische wie hochpoetische Meilen – eine literarische Weltentdeckung»

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Olga Martynova: Über die Dummheit der Stunde

"Wir sehen die Gegenwart gar nicht. Noch nicht."

In ihren Essays macht sich die Autorin ausgehend von einem konkreten Ort (Jerusalem, Moskau, St.Petersburg, Berlin etc.), einer Begegnung oder einem Zitat Gedanken zu ihrem jetzigen und früheren Leben, zum Menschsein, zu Literatur, Symbolen, Weltgeschehen, Kirche, Politik und Staat. Sie spielt mit Wörtern und Begriffen, stellt Fragen, vergleicht, reflektiert, sucht, erzählt, nimmt Metaphern auf, spinnt den Faden weiter und schreibt Tagebuch.

Olga Martynova nimmt uns auf eine spannende Lesereise mit, die zum Nachdenken anregt.

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Peggy Patzschke: Das Muschelprinzip

Eine aussergewöhnliche Reise zu den Schätzen in dir

Die bekannte Moderatorin beschreibt sehr persönlich, wie sie plötzlich im Nebel ist mit einer Sehnsucht nach "dem Ich-weiss-nicht-Was". In kurzen Kapiteln beschreibt sie, was für einen Neustart wichtig ist. Sie beginnt Menschen zu treffen um mit ihnen über ihr Leben und ihre Entwicklungen zu sprechen. Diese Erfahrungen reflektiert sie für sich selber und ihr Leben, um aus Schwächen Stärke zu ziehen nach dem Motto: «Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen» und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

«An alle, die wieder aufbrechen und in ihrem Leben etwas verändern wollen!»

(Erschienen im Verlag S. Fischer)


Cecilia Lyra: Schwestern für einen Sommer

Könntest du deiner Schwester den schlimmsten Verrat verzeihen?

Die beiden Stiefschwestern Cassie and Julie haben sich nach einer Tragödie in Kindertagen nicht mehr gesehen. Durch das Erbe ihrer geliebten Nana müssen sie über den Sommer gemeinsam im Strandhaus ihrer verstorbenen Grossmutter in den Hamptons zusammenwohnen.

Julie, bildhübsch und verheiratet mit einem Narzisten sehnt sich nach eigenen Kindern. Sie freundet sich mit dem sympathischen und verwitweten Nachbarn Craig und dessen Kindern an.

Cassie, eine erfolgreiche Therapeutin und Autorin liebt einen verheirateten Mann und möchte, dass er sich von seiner egozentrischen, selbstsüchtigen Frau trennt.

Können sich die beiden Frauen im Haus ihrer verstorbenen Grossmutter wieder annähern und zu ihrem eigenen Glück finden?

(Erschienen im Verlag S. Fischer)